Sofort mehr Erholung durch ein peripheres Sichtfeld

Du vergeudest höchstwahrscheinlich regelmäßig eine gute Möglichkeit, um dein Nervensystem zu entspannen – das Sehen. Hier erfährst du, wie du dich durch ein peripheres Sichtfeld beruhigen und erholen kannst!

peripheres sichtfeld, peripherer Blick, weite Sicht, panoramablick, panoramic vision

Ein schönes Wochenende in den Bergen, ein kurzer Spaziergang im Wald oder einfach nur einen Sonnenuntergang bewundern – all diese Aktivitäten sorgen dafür, dass wir uns sofort entspannter und erholter fühlen. Neben diesen schönen Landschaften aktiviert noch ein weiterer Aspekt unsere Systeme im Körper, die für Entspannung zuständig sind: Ein weites Sichtfeld.

Dieses Wissen lässt sich auch optimal in unseren privaten oder professionellen Alltag integrieren!

Auswirkung des Sichtfelds auf unser Nervensystem

Die Augen sind ein Teil unseres Gehirns. Sie werden während unserer Entwicklung im Mutterleib quasi aus dem Rest des Gehirns “herausgequetscht”.1Eye development

Das hört sich zwar zuerst komisch an, ergibt aber in Bezug auf ihre Aufgabe in unserem Körper Sinn.

Wie auch unsere Ohren (Hören & Gleichgewicht) erfüllen die Augen besonders 2 Funktionen in unserem Körper: Zum einen sind sie für das Erkennen von Formen, Farben, etc. verantwortlich. Zum anderen geben sie aber auch dem Rest des Gehirns die Information, ob wir gerade entspannt oder aufmerksam sein sollten.

Evolutionstechnisch hat diese Funktion auch eine wichtige Bedeutung. Falls wir uns erst auf Situationen vorbereiten könnten, wenn wir mit ihnen in Berührung kommen, hätten wir nicht lange überlebt. Eine schnelle Verbindung zum Rest des Hirns durch die Augen war und ist also für uns Menschen überlebensnotwendig.

Im Rest des Gehirns kann dann gesteuert und entschieden werden, wie auf den äußeren Reiz reagiert werden sollte. Zum Beispiel kann der Stoffwechsel hoch oder runtergefahren werden.

Was ist Stress?

Machen wir noch einen kurzen Ausflug zum Thema Stress!

Stress dient grundsätzlich der “Mobilmachung” unseres Körpers. Neben äußeren Reizen kann unser Körper aber auch Stress in unserem Körper je nach Änderung unserer Atmung oder unseres Sichtfelds induzieren.

Da wir die Reaktionen von Stress wie z. B. unsere Herzrate nicht direkt kontrollieren können, brauchen wir Möglichkeiten, um sie indirekt zu beeinflussen.

Ein Beispiel dafür ist das Sehen!

Reaktion der Augen auf Stress und Entspannung

Stell dir vor, du wanderst gerade durch eine wunderschöne Landschaft in den Bergen.

Wenn wir entspannt sind, ist unser sogenanntes parasympathisches Nervensystem aktiviert. Durch Botenstoffe und chemische Substanzen bringt es unseren Körper sozusagen in den Ruhemodus. Als Folge darauf reduziert sich beispielsweise unser Herzschlag oder unsere Atmung verlangsamt sich.

Zusätzlich besteht noch eine direkte Wirkung auf unser eigenes Sichtfeld. Ein entspannter Zustand bewirkt eine Verengung unserer Pupillen. Wir haben automatisch einen weiteren Blick und sehen mehr von der Umgebung. Unser peripheres Sichtfeld erweitert sich also.

Hier noch ein kurzes Beispiel aus dem Alltag dazu. Du bist bestimmt schon einmal auf einer Wiese gelegen oder an einem schönen Ort gewesen und hast plötzlich die gesamte Landschaft um dich herum bemerkt.

Stell dir jetzt einmal vor, du hast eine dringende Nachricht oder eine hohe Rechnung erhalten.

Natürlich fühlst du dich jetzt deutlich gestresster. Dabei wird unser sogenanntes sympathisches Nervensystem aktiviert. Hierbei werden Botenstoffe freigesetzt, die unseren Körper aufmerksamer und “mobiler” machen. Unsere Pupillen erweitern sich und unser Sichtfeld bildet einen “Tunnelblick“.

Auch hier gibt es einige Beispiele aus dem Alltag. Etwa, wenn du eine Präsentation in der letzten Minute fertigstellen musst. In den meisten Fällen bist du nur auf deine Präsentation fokussiert und dein Blick richtet sich wenig auf die Dinge um dich herum.

Unser innerer Geisteszustand verändert unsere Wahrnehmung der Umwelt

Unser innerer Geisteszustand kann direkt auf unsere äußere Wahrnehmung einwirken. Das lässt sich besonders an der Analogie eines Waldes veranschaulichen:

Sind wir gestresst, führt das zu einem eingeschränkten Sichtfeld. Bei einer Betrachtung des Waldes sehen wir quasi nur einen Baum und der Rest verschwimmt im Hintergrund.

Wenn wir entspannt sind, haben wir auch ein erweitertes, peripheres Sichtfeld. Jetzt können wir “das ganze Bild” sehen und wir nehmen den gesamten Wald wahr.

Wie können wir diese Informationen für eine bessere Erholung nutzen?

Bisher haben wir nur besprochen, wie unser innerer Geisteszustand (gestresst oder entspannt) auf die äußeren Umstände (enges oder peripheres Sichtfeld) einwirken kann.

Ähnlich wie bei unserer Atmung können die Erkenntnisse aber auch umgekehrt genutzt werden!

Bei der Atmung kann ein verlängertes Ausatmen unseren Körper beruhigen und ein verlängertes Einatmen kann uns aufmerksamer machen.

Mit unserem Blick können wir ebenfalls von außen ein Signal geben, um unseren inneren Zustand zu verändern.

Oft wird das zu unserem Nachteil verwendet:

Seit der Coronapandemie sitzen wir täglich im Schnitt um die 10 Stunden vor einem Bildschirm.2Seit Corona: Zehn Stunden täglich vor dem BildschirmDadurch sind wir gezwungen, ein relativ enges Sichtfeld einzunehmen. So wird unserem Körper durchgehend das Signal zur Aufmerksamkeit gegeben, unabhängig davon, ob wir produktiv arbeiten oder nur ein YouTube-Video ansehen.

Auch die vielen Online-Meetings mit dem “Tunnelblick” auf den Bildschirm geben dem Gehirn ein Signal zur Aufmerksamkeit und zum Stress.

Wenn wir uns jedoch bewusst in ein weites und peripheres Sichtfeld begeben, erhält unser Gehirn das Signal zur Entspannung und Ruhe.

Meetings vor Ort sind eine Möglichkeit, aus dem Tunnelblick herauszukommen und in einem weiteren Sichtfeld zu agieren.

Peripheres Sehen trainieren

Ein erweitertes Sichtfeld einzunehmen ist zu Beginn ein ungewohntes Unterfangen. Mit ein wenig Übung kannst du ein peripheres Sichtfeld jedoch immer weiter in deinen Alltag integrieren.

Um deinen erweiterten Blick zu trainieren, schaue zuerst geradeaus. Versuche dann, während du den Blick immer noch gerade gerichtet hast, so viel wie möglich in deinem horizontalen und vertikalen Blickfeld wahrzunehmen.3How Panoramic Vision Can Reduce Your Stress And Anxiety

Mit der Zeit wird sich ein peripheres Sichtfeld immer natürlicher für dich anfühlen.

Umsetzung im Alltag

Wie wir gelernt haben, führt ein weiter und peripherer Blick zu einem entspannteren Zustand und ein enger “Tunnelblick” macht uns aufmerksamer. Da wir von Natur aus die meiste Zeit über einen engeren “Tunnelblick” einnehmen, müssen wir vor allem unseren Aufwand darauf setzen, bewusst einen weiten Blick zu suchen.

Im Alltag lässt sich ein weiter Blick insbesondere während Pausen von der Arbeit einnehmen.

Auch bei Spaziergängen oder beim Warten kann sehr gut ein peripheres Sichtfeld eingenommen werden.

Hier findest du auch eine geführte Meditation, die den Fokus auf ein erweitertes Sichtfeld legt.

Wenn du täglich mehrere Minuten lang ein peripheres Sichtfeld einnimmst, hast du eine weitere Methode, um bewusst und regelmäßig Stress abbauen kannst.

Entspanntere Augen und eine Methode, um bewusst regelmäßig Stress abzubauen.

Dir hat dieser Beitrag gefallen? Dann teile ihn doch gerne!
Du hast du Feedback zu diesem Beitrag? Schreib es gerne in die Kommentare!

Du willst noch ein weiteres einfaches Tool, mit dem du Stress abbauen, deine Erholung unterstützen und auch deine Augen entspannen kannst? Dann ist die 20-20-20 Regel genau das Richtige für dich!

Quellen
https://www.scientificamerican.com/article/vision-and-breathing-may-be-the-secrets-to-surviving-2020/
https://www.purecaps.net/blog/augen-entspannung
https://www.vff-online.de/expertenblog/artikel/exkurs-richtiges-sehen-und-atmen-mindert-stress/223/
https://neurohacker.com/combining-vision-and-breath-to-alter-fear-states-an-interview-with-andrew-huberman-phd-and-brian-mackenzie

Schreibe einen Kommentar